Unterrichtseinheit 5
Dem Gruppendruck widerstehen – „Nein“ sagen können
Hintergrund
Erwachsene wie Jugendliche erleben häufig sozialen Druck, ein bestimmtes Verhalten zu zeigen, um die Erwartungen einer Gruppe zu erfüllen. Der starke Wunsch nach Zugehörigkeit führt dann dazu, dass eigene Grenzen zugunsten von Gruppennormen verschoben werden – eine Dynamik, die besonders beim Kontakt mit Suchtmitteln wie Alkohol eine entscheidende Rolle spielt. Die Stärkung des Widerstands gegen diese soziale Beeinflussung ist daher ein zentraler Baustein der Suchtprävention. Um die eigene Gesundheit und Autonomie zu schützen, müssen Jugendliche die Kompetenz entwickeln, negativem Gruppendruck standzuhalten und sicher „Nein“ zu sagen.
Für diese Unterrichtseinheit benötigen Sie einen Klassensatz Tablets mit Internetzugang.
| Einstieg | Dem Gruppendruck widerstehen |
|---|---|
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Zeitumfang: 15 Minuten Sozialform: Plenum Methode: Übung Material: Darstellung Linien (Tafel) |
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| Hauptteil | Gruppendruck in Alltagssituationen |
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Zeitumfang: 15 Minuten Sozialform: Plenum Methode: Unterrichtsgespräch Material: Leitfragen |
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| Dein Style, dein Nein – Was würdest du sagen? | |
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Zeitumfang: 10 Minuten Sozialform: Einzelarbeit Methode: Digitales Lernspiel Material: Digitales Lernspiel „Dein Style, dein Nein – Was würdest du sagen?“ , Klassensatz Tablets |
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| Abschluss | Daumenbarometer |
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Zeitumfang: 5 Minuten Sozialform: Plenum Methode: Rückmeldung Material: Feedbackfrage |
| Ablauf | Aktivität | Zeitumfang | Sozialform | Methode | Material |
|---|---|---|---|---|---|
| Einstieg | Dem Gruppendruck widerstehen | 15 Minuten | Plenum | Übung | Darstellung Linien (Tafel) |
| Hauptteil | Gruppendruck in Alltagssituationen | 15 Minuten | Plenum | Unterrichtsgespräch | Leitfragen |
| Dein Style, dein Nein – Was würdest du sagen? | 10 Minuten | Einzelarbeit | Digitales Lernspiel | Digitales Lernspiel „Dein Style, dein Nein – Was würdest du sagen?“ , Klassensatz Tablets | |
| Abschluss | Daumenbarometer | 5 Minuten | Plenum | Rückmeldung | Feedbackfrage |
Ziele
Die Schülerinnen und Schüler …
- können negativen Gruppendruck erkennen.
- reflektieren, wie sie sich in Gruppendrucksituationen verhalten wollen und wissen, wie sie selbstbewusst und authentisch Nein sagen können.
- lernen, eigene Meinungen, Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen und durchzusetzen.
Einstieg
Dem Gruppendruck widerstehen Zeitumfang: 15 Minuten
Oft fällt es Menschen schwer, Überredungsversuchen oder negativem Gruppendruck zu widerstehen und bei ihrer eigenen Meinung zu bleiben. Gruppendruck und soziale Beeinflussung wirken stark, weil Menschen das Bedürfnis haben, dazuzugehören und Ablehnung zu vermeiden. Besonders in unsicheren Situationen passen sie ihre Meinung oder ihr Verhalten häufig an die Gruppe an.
Diese Übung ist angelehnt an das Konformitätsexperiment von Solomon Asch, 1951. Sie soll den Schülerinnen und Schülern die Macht des Gruppenzwangs (Konformität) am eigenen Leib oder durch Beobachtung demonstrieren.
Wichtig: Bitte prüfen Sie vorab kritisch, ob dieses Experiment für die Dynamik Ihrer Klasse geeignet ist.
Für die Freiwilligen kann die Übung starke Verunsicherung bedeuten oder Gefühle von Scham und Bloßstellung mit sich bringen. Achten Sie deshalb genau auf die Auswahl der Freiwilligen, die das Klassenzimmer verlassen. Um potenzielles Unbehagen oder Exklusionserfahrungen zu vermeiden, wählen Sie keine schüchternen oder sozial ausgegrenzten Personen aus.
Ablauf der Übung
- 3-5 Freiwillige verlassen für dieses Experiment das Klassenzimmer. Wenn sie draußen sind, zeichnen Sie vier Linien an die Tafel, von denen die zweite deutlich am längsten ist.
- Sie erklären dann der Klasse, dass in dem folgenden Experiment die Freiwilligen davon „überzeugt“ werden sollen, dass nicht die zweite, sondern die vierte Linie am längsten ist. Alle sollen sich eine gute Begründung überlegen.
- Die Freiwilligen werden hereingeholt und sollen sich überlegen, welche der vier Linien am längsten ist. Bevor sie ihre Einschätzung abgeben, wird die Klasse um ihre Meinung und Argumente gebeten.
- Dann werden die Freiwilligen um ihre Einschätzung gebeten.
Sofort nach der Übung müssen die Freiwilligen aufgeklärt werden: Teilen Sie die korrekte Lösung mit und erklären Sie, was die Aufgabe der Klasse war. Es ist wichtig, den Freiwilligen gegenüber zu betonen, dass sie nicht „getäuscht“ wurden, um sie bloßzustellen, sondern um ein menschliches Phänomen zu zeigen: Menschen passen ihre Meinung häufig der Mehrheit an, auch wenn sie selbst eine andere – sogar offensichtlich richtige – Einschätzung haben.
Danach leiten Sie eine Nachbesprechung an.
- Zunächst werden die Freiwilligen gefragt, wie es ihnen bei der Übung ergangen ist und wie sie sich gefühlt haben.
- Danach wird die Klasse gebeten, ihre Eindrücke und Gefühle zu schildern.
Hauptteil
Gruppendruck in Alltagssituationen Zeitumfang: 15 Minuten
Klären Sie, was mit dem Begriff Gruppendruck gemeint ist.
Was bedeutet Gruppendruck?
Gruppendruck entsteht, wenn Menschen das Gefühl haben, sich an die Erwartungen oder das Verhalten einer Gruppe anpassen zu müssen, um dazuzugehören. In solchen Situationen kann es passieren, dass jemand etwas tut, obwohl er oder sie es eigentlich nicht möchte – zum Beispiel Alkohol trinken, rauchen oder bei etwas mitmachen.
Gruppendruck kann direkt auftreten, etwa wenn andere jemanden überreden oder auffordern mitzumachen. Er kann aber auch indirekt entstehen, wenn man glaubt, dass alle anderen etwas erwarten oder bereits tun.
Nicht jeder Gruppendruck ist negativ: Gruppen können sich auch gegenseitig zu positiven Dingen motivieren.
Leiten Sie anschließend über zum Alltag der Schülerinnen und Schüler: Fragen Sie nach Situationen (Schule, Freizeit, Social Media), in denen sie Gruppendruck – ähnlich wie in der Übung – schon einmal wahrgenommen haben. Berichten Sie ergänzend von Situationen, in denen Sie selbst Gruppendruck erlebt haben. Dies kann die Schülerinnen und Schüler ermutigen, von ihren eigenen Erfahrungen zu berichten, und zeigt, dass auch Erwachsene Gruppendrucksituationen kennen.
Gehen Sie anhand der Beispiele den folgenden Fragen nach:
- Wie entsteht Gruppendruck in der konkreten Situation?
- Wann ist es leicht, Nein zu sagen – wann schwer?
- Was hilft, wenn man sich unsicher fühlt?
- Wie kann man jemand anderem helfen, der oder die Nein sagen möchte?
- Wie kann eine Gruppe auch positiven Druck ausüben?
Dein Style, dein Nein – Was würdest du sagen? Zeitumfang: 10 Minuten
Dein Style, dein Nein – Was würdest du sagen?
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Abschluss
Daumenbarometer Zeitumfang: 5 Minuten
Holen Sie zum Abschluss der Stunde ein kurzes Feedback der Klasse ein. Zählen Sie bis drei und lassen Sie die Schülerinnen und Schüler gleichzeitig per „Daumenbarometer“ eine Rückmeldung geben:
- Daumen nach oben: sehr gut
- Daumen zur Seite: teils-teils
- Daumen nach unten: nicht gut
Bitten Sie anschließend drei Personen mit unterschiedlichen Einschätzungen, ihr Votum kurz in einem Satz zu begründen.
Optionale Vertiefung
- Um eine stärkere Erlebnistiefe zu erreichen, lassen Sie die Schülerinnen und Schüler eine Situation aus dem Lernspiel „Dein Style, dein Nein – Was würdest du sagen?“ im Rollenspiel darstellen.
- Die Schülerinnen und Schüler interviewen ihre Eltern oder andere vertraute Erwachsene: Haben diese Erfahrungen mit Gruppendruck? War es früher anders als heute?
- Welche Beispiele gibt es für positiven Gruppendruck? Die Schülerinnen und Schüler können verschiedene Möglichkeiten ausprobieren (gegenseitige Motivation zum Sport, gemeinsames Lernen in Lerngruppen oder das Einhalten von sozialen Normen wie das Befolgen von Verkehrsregeln).
