Unterrichtseinheit 1
Alkoholkonsum – ganz normal?
Hintergrund
Alkohol ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet und in großen Teilen akzeptiert. Es gilt in vielen Situationen als „normal“, Alkohol zu trinken. Bereits Jugendliche kommen früh mit Alkohol in Kontakt. Wahrscheinlich ist auch für Ihre Schülerinnen und Schüler Alkohol ein Thema: im Freundeskreis, auf Feiern, in sozialen Medien.
Vor diesem Hintergrund sollen die Schülerinnen und Schüler ermutigt werden, Normen nicht unreflektiert zu übernehmen, sondern zu prüfen und auf diese Weise eine eigene Haltung zu entwickeln. Dies gilt selbstverständlich nicht nur für den Umgang mit Alkohol.
Empfehlung zum Umgang mit Alkohol der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)
Bisher hieß es, dass es für Erwachsene unbedenklich sei, eine begrenzte Menge Alkohol zu trinken. Männer sollten nicht mehr als 24 Gramm reinen Alkohol pro Tag zu sich nehmen und Frauen nicht mehr als 12 Gramm. Diese Grenzwerte galten allerdings immer schon erst ab einem Alter von 20 Jahren und nicht für Kinde rund Jugendliche.
2024 hat die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) neue Empfehlungen zum Umgang mit Alkohol herausgegeben. Studien zeigen nun, dass es keinen risikoarmen Alkoholkonsum gibt. Selbst kleine Mengen Alkohol können Krankheiten verursachen.
Deshalb empfiehlt die DHS, den Alkoholkonsum zu reduzieren oder am besten ganz einzustellen. Es ist für die Gesundheit besser, keinen Alkohol zu trinken.
| Einstieg | Alkohol in Alltagssituationen |
|---|---|
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Zeitumfang: 10 Minuten Sozialform: Plenum Methode: Unterrichtsgespräch Material: Reflexionsfragen |
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| Hauptteil | „Was wäre, wenn …?“ – Ein Perspektivwechsel auf Alkohol |
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Zeitumfang: 15 Minuten Sozialform: Gruppenarbeit Methode: Arbeitsblatt Material: Arbeitsblatt „Was wäre, wenn …?“ |
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| Vorstellung der Ergebnisse | |
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Zeitumfang: 10 Minuten Sozialform: Plenum Methode: Ergebnispräsentation |
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| Auswertung | |
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Zeitumfang: 5 Minuten Sozialform: Plenum Methode: Unterrichtsgespräch Material: Wunderfrage |
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| Abschluss | Blitzlichtrunde |
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Zeitumfang: 5 Minuten Sozialform: Plenum Methode: Rückmeldung |
| Ablauf | Aktivität | Zeitumfang | Sozialform | Methode | Material |
|---|---|---|---|---|---|
| Einstieg | Alkohol in Alltagssituationen | 10 Minuten | Plenum | Unterrichtsgespräch | Reflexionsfragen |
| Hauptteil | „Was wäre, wenn …?“ – Ein Perspektivwechsel auf Alkohol | 15 Minuten | Gruppenarbeit | Arbeitsblatt | Arbeitsblatt „Was wäre, wenn …?“ |
| Vorstellung der Ergebnisse | 10 Minuten | Plenum | Ergebnispräsentation | ||
| Auswertung | 5 Minuten | Plenum | Unterrichtsgespräch | Wunderfrage | |
| Abschluss | Blitzlichtrunde | 5 Minuten | Plenum | Rückmeldung |
Ziele
Die Schülerinnen und Schüler …
- erkennen, dass Alkoholkonsum gesellschaftlich geprägt ist.
- setzen sich damit auseinander, dass Alkohol vielfach gesellschaftlich akzeptiert und gleichzeitig mit Risiken verbunden ist.
- stärken ihre Fähigkeit, eine eigene Haltung zu entwickeln.
Einstieg
Alkohol in Alltagssituationen Zeitumfang: 10 Minuten
Die Klasse hat die Aufgabe, Situationen aus ihrem Alltag zu beschreiben, in denen Alkohol vorkommt. Das können sowohl Situationen sein, in denen die Schülerinnen und Schüler Beobachtende sind als auch Situationen, in denen sie selber Alkohol konsumieren. Klären Sie durch Nachfragen die folgenden Aspekte:
- In welchen Situationen kommt Alkohol vor?
- Welche Erwartungen an die beteiligten Personen gibt es in diesen Situationen?
- Was passiert, wenn jemand keinen Alkohol trinken möchte?
- Ist Alkohol trinken in dieser Situation „normal“?
Hauptteil
„Was wäre, wenn …?“ – Ein Perspektivwechsel auf Alkohol
Gruppenarbeit Zeitumfang: 15 Minuten
Stellen Sie zu Beginn sicher, dass die Schülerinnen und Schüler wissen, was mit dem Begriff der Norm und des „normal seins“ gemeint ist.
Was bedeutet „normal“?
Normal erscheint uns, was die meisten Menschen in einer bestimmten Situation tun oder als üblich ansehen. Es hängt davon ab, wo man ist, wer dabei ist und welche Regeln gelten. Diese Regeln heißen auch Normen. Normen helfen uns, zu verstehen, wie wir uns verhalten sollen. Normen können sich ändern und unterscheiden sich zwischen Kulturen, Zeiten und Gruppen. Unterschiedliche Gruppen haben verschiedene Normalvorstellungen. „Normal sein“ heißt nicht richtig oder falsch; es geht vor allem um Akzeptanz.
Um zu verstehen, dass die gesellschaftliche Stellung von Alkohol nicht selbstverständlich, sondern historisch und kulturell gewachsen ist, kann ein Perspektivwechsel hilfreich sein.
Teilen Sie dazu die Schülerinnen und Schüler in Gruppen mit 4 bis 5 Personen ein und händigen Sie das Arbeitsblatt „Was wäre, wenn …?“ aus. Jede Arbeitsgruppe erhält den Auftrag, sich mit einem der fünf Szenarien (a bis e) zu beschäftigen und darauf bezogen die Fragen zu diskutieren.
Hinweis: Nehmen Sie die Zuteilung der Szenarien zu den Arbeitsgruppen vor. Wählen Sie dazu 3 bis 4 Szenarien aus, damit Sie mit der eingeplanten Zeit für die anschließende Vorstellung auskommen. Einige Arbeitsgruppen werden also dasselbe Szenario bearbeiten und können sich bei der anschließenden Vorstellung gegenseitig ergänzen.
Vorstellung der Ergebnisse Zeitumfang: 10 Minuten
Anschließend bitten Sie jede Gruppe, ihr Szenario und ihre Diskussion in der Klasse kurz vorzustellen (2-3 Min. pro Arbeitsgruppe). Diejenigen Gruppen, die dasselbe Szenario bearbeitet haben, ergänzen sich gegenseitig.
Auswertung Zeitumfang: 5 Minuten
Fassen Sie die Ergebnisse zusammen. Es sollte deutlich werden, dass der Umgang mit Alkohol in unserer Gesellschaft auch ganz anders aussehen könnte. Normen sind nicht universell gültig und das, was als „normal“ angesehen wird, kann sehr unterschiedlich sein. Die gehörten Szenarien zeigen, dass unser Umgang mit Alkohol keineswegs der einzig mögliche oder der „richtige“ Weg ist.
Um das kritische Denken der Schülerinnen und Schüler weiter zu stärken, stellen Sie zum Abschluss die Wunderfrage: Wenn ihr über Zauberkräfte verfügen würdet, welche Normen und Regeln würdet ihr im Umgang mit Alkohol setzen?
Abschluss
Blitzlichtrunde Zeitumfang: 5 Minuten
Welche Eindrücke nimmst du von der Beschäftigung mit Alkohol mit?
Optionale Vertiefung
- Kulturelle und religiöse Unterschiede: Diskutieren Sie Normen zum Alkoholkonsum in unterschiedlichen Kulturen und Religionen.
- Machen Sie einen Ausflug in die Geschichte der Genussmittel (Alkohol, Kaffee, Tee, Schokolade, Kakao, Tabak, Zucker).
- Alkohol und Medizin: Wo wird Alkohol als Medizin verkauft? Wie viel Alkohol ist in den Produkten enthalten? (z. B. Melissengeist).
- Verschaffen Sie sich einen Überblick über das Hilfesystem und besuchen Sie eine Suchtberatungsstelle.