Gespräche gestalten
Während die Unterrichtseinheiten vor allem den Klassenkontext in den Blick nehmen, geht es hier um den Kontakt zu einzelnen Schülerinnen und Schülern, um deren Konsum Sie sich vielleicht Sorgen machen. Durch Gespräche mit Jugendlichen können Sie deren Autonomie und Selbstwirksamkeit stärken – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol. Doch wie gelingt es, behutsam ins Gespräch zu kommen, ohne zu belehren oder zu überfordern?
Gesprächsangebote machen
Wenn Sie in einer Situation einschreiten, helfen Ihnen vielleicht diese Überlegungen:
- Vertreten Sie eine klare Haltung: „In unserer Schule/diesem Jugendclub dulden wir Alkohol nicht.“
- Bereiten Sie sich vor: Legen Sie Ihr Ziel fest (z. B. Beobachtungen ansprechen, Hilfestellungen anbieten).
- Führen Sie das Gespräch in ungestörter, angenehmer Atmosphäre.
- Reagieren Sie auf Ihren Verdacht, auch ohne eindeutige Beweise – basierend auf konkreten Beobachtungen.
- Beschreiben Sie das beobachtete Verhalten und fragen Sie nach den Gründen: „Mir ist aufgefallen, dass du oft müde bist. Woran liegt das?“
- Fragen Sie gezielt nach Alkoholkonsum als möglichem Grund.
- Benennen Sie Gerüchte klar als solche.
- Machen Sie deutlich, dass Ihnen das Wohl des Jugendlichen am Herzen liegt.
- Treffen Sie verbindliche Absprachen und sprechen Sie weitere Auffälligkeiten erneut an.
- Beziehen Sie je nach Alter, Funktion und rechtlicher Lage die Eltern ein. Teilen Sie Ihre Beobachtungen als Vermutung mit, nicht als Fakt, und ermutigen Sie zu vergleichbarem Vorgehen.
Es geht nicht um eine therapeutische Aufgabe, sondern um eine pädagogische Verantwortung. Lehrkräfte können durch ein offenes, zugewandtes Gespräch erste Impulse geben und frühzeitig Unterstützung anregen – etwa durch die Schulsozialarbeit oder andere Fachstellen.
Auch Eltern konsumierender Jugendlicher benötigen in vielen Fällen Rat und Hilfe.
Wie mit Jugendlichen über Alkoholkonsum sprechen?
Einige Hinweise für die Gesprächsführung können Ihnen helfen, ein offenes und vertrauliches, nicht moralisierendes Gespräch mit Jugendlichen über Alkoholkonsum zu führen. Wenn sich Jugendliche auf diese Weise angenommen fühlen, haben Sie eine gute gemeinsame Gesprächsbasis.
Jugendliche ernst nehmen
- Entscheidungen für Verhaltensänderungen trifft die oder der Jugendliche selbst. Sie können nur Orientierung und Unterstützung geben.
- Formulieren Sie Ihre eigene Haltung klar, betonen Sie aber die persönliche Verantwortung der oder des Jugendlichen.
Perspektive der Jugendlichen verstehen
- Versetzen Sie sich in die Lage der oder des Jugendlichen und hören Sie aktiv zu. Fassen Sie das Gesagte immer wieder mit eigenen Worten zusammen.
- Stellen Sie offene Fragen. Geschlossene Fragen (Ja/Nein-Fragen) erwecken schnell den Eindruck eines Verhörs. „Was denkst du über dein Trinkverhalten? Worüber machst du dir Gedanken?“
Jugendliche ernst nehmen
- Entscheidungen für Verhaltensänderungen trifft die oder der Jugendliche selbst. Sie können nur Orientierung und Unterstützung geben.
- Formulieren Sie Ihre eigene Haltung klar, betonen Sie aber die persönliche Verantwortung der oder des Jugendlichen.
Perspektive der Jugendlichen verstehen
- Versetzen Sie sich in die Lage der oder des Jugendlichen und hören Sie aktiv zu. Fassen Sie das Gesagte immer wieder mit eigenen Worten zusammen.
- Stellen Sie offene Fragen. Geschlossene Fragen (Ja/Nein-Fragen) erwecken schnell den Eindruck eines Verhörs. „Was denkst du über dein Trinkverhalten? Worüber machst du dir Gedanken?“
Vor- und Nachteile besprechen
- Denken Sie daran: Jugendliche trinken sehr wahrscheinlich auch deshalb Alkohol, weil sie davon Vorteile haben oder sich versprechen (z. B. zu einer Gruppe dazuzugehören). Vermutlich sehen Jugendliche aber auch selbst negative Seiten ihres Verhaltens und empfinden Alkoholkonsum nicht nur als positiv.
- Helfen Sie Jugendlichen, die positiven und negativen Aspekte ihres Alkoholkonsums zu erkennen.
- Vermeiden Sie voreilige Kritik oder fertige Lösungen; lassen Sie sie selbst Vor- und Nachteile benennen.
| Fortsetzen des bisherigen Konsums | Verändern des Konsums | |
|---|---|---|
| Vorteile | Was bringt dir das Trinken? | Welche Vorteile hätte es, wenn du weniger oder gar nicht mehr trinken würdest? |
| Nachteile | Was siehst du beim Alkohol als problematisch an? | Was würde dir ohne Alkohol fehlen? |
Umgang mit Widerstand
- Widerstand ist normal; versuchen Sie nicht, diesen Widerstand zu brechen.
- Bleiben Sie verständnisvoll und nehmen Sie ggf. einen Schritt zurück, um die Sichtweise des Jugendlichen zu verstehen.
Ein möglicher Ausweg, wenn Sie Widerstand spüren: „Ich habe den Eindruck, dass ich dich gerade überrumpelt habe. Das wollte ich nicht. Gehen wir noch einmal einen Schritt zurück, damit ich deine Sichtweise genau verstehe.“
Autonomie und Zuversicht stärken
- Bestärken Sie Jugendliche darin, dass sie Veränderungen schaffen können.
- Überlegen Sie gemeinsam, welche Strategien in der Vergangenheit geholfen haben, Ziele zu erreichen.