Klar bleiben – beim Sport und beim Sex
Alkohol kann mehr beeinflussen als nur deine Stimmung. Je nachdem, wie viel du trinkst, kann er sich auch auf deinen Sport, deine Beziehungen und deine Sexualität auswirken.
Sport und Bewegung
Du bewegst dich gerne und übst deinen Lieblingssport regelmäßig aus? Das geht am besten ohne Alkohol. Denn Alkohol bremst dich aus und hindert dich daran, richtig durchzustarten:
- Alkohol verhindert das Wachstum der Muskeln: Um Muskeln aufzubauen, ist neben dem Training und den Ruhepausen auch eine umfassende Aufnahme von Nährstoffen wichtig. Durch den Alkohol werden dem Körper Wasser und wichtige Nährstoffe wie Magnesium entzogen. Dadurch werden Schadstoffe nicht mehr so gut abtransportiert und Muskelzellen nicht umfassend mit Nährstoffen versorgt.
- Auch Wachstumshormone sind am Muskelaufbau beteiligt. Durch Alkohol wird das Muskelwachstum gebremst, da weniger Wachstumshormone ausgeschüttet werden.
- Alkohol erweitert die Blutgefäße. Der Körper kühlt schneller aus und muss dadurch mehr Energie aufbringen. Diese Energie fehlt dir dann beim Sport und bei der Erholung.
- Alkohol beeinflusst den Stoffwechsel und verhindert, dass die Energiespeicher wieder gut aufgefüllt werden. Die Muskeln machen schneller schlapp.
- Dein Körper reagiert langsamer. Die Körperkoordination verschlechtert sich, z. B. triffst du beim Fußballspielen den Ball nicht mehr.
- Alkohol setzt das Schmerzempfinden herab. Dadurch schätzt man Risiken falsch ein. Das Risiko von Unfällen und Verletzungen beim Sport erhöht sich.
Auch nach dem Sport gilt: Besser nüchtern bleiben. Deine Muskulatur erholt sich nach dem Sport am besten mit alkoholfreien Getränken. Gute Durstlöscher sind zum Beispiel Getränke wie Apfelsaftschorle. Generell solltest du darauf achten, nach dem Sport genügend zu trinken.
Liebe und Sexualität
Durch Alkohol verlieren einige ihre Hemmungen und die Kontrolle, die Risikobereitschaft steigt. Man macht dann eher Dinge, die man im nüchternen Zustand niemals machen würde. Wenn die Kontrolle schwindet und Grenzen unklarer werden, können schnell ungewollte Situationen entstehen.
Alkohol dämpft deine Empfindungen. Er kann sogar verhindert, dass du Lust beim Sex spüren kannst – die sexuelle Lust lässt nach und du wirst schneller müde. Alkohol beeinflusst die Hormone. Gerade Jungs haben dann zum Beispiel Probleme damit, eine Erektion und einen Orgasmus zu bekommen.
Alkohol kann auch ein Stressfaktor in der Beziehung sein. Unter Alkoholeinfluss sagt man zum Beispiel seinem Freund oder seiner Freundin Dinge, die man nüchtern vielleicht ganz anders ausdrücken oder nie so sagen würde. Es kann zu Missverständnissen oder Streit kommen.
Durch Alkohol kommt es eher zu ungeschütztem Sex. Viele Jugendliche vergessen dabei, sich und ihre Partnerin bzw. ihren Partner mit einem Kondom zu schützen. Es besteht die Gefahr, ungewollt schwanger zu werden. Ohne Schutz miteinander zu schlafen, erhöht die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheitserregern (wie HIV, Chlamydien, HPV oder Syphilis). Das Gefährliche ist, dass diese Infektionen nicht gleich Beschwerden auslösen und sich bemerkbar machen. AIDS ist außerdem nicht heilbar und schwächt das Immunsystem ein Leben lang.