Für Jugendliche besonders riskant

Kinder und Jugendliche reagieren empfindlicher auf Alkohol als Erwachsene. Im Jugendalter ist der Organismus sehr anfällig für Schädigungen durch Alkohol, weil er sich noch in der Entwicklung befindet. Zum Beispiel kann die Leber Alkohol noch nicht so gut abbauen.

Kopf eines Jugendlichen als Silhouette mit Gehirn

Der größte Unterschied zwischen jugendlichem und erwachsenem Alkoholkonsum liegt in der Lebensphase der Jugendlichen begründet. Während der Pubertät gleicht das Gehirn von Jugendlichen einer Baustelle: Nervenzellen werden neu verknüpft, andere verschwinden. Dies dauert etwa bis zum 21. Lebensjahr. Alkohol ist ein Zellgift und stört diese Umbauprozesse des Gehirns. Häufiges Betrunkensein kann zu Störungen in der Entwicklung führen. Gedächtnis und Konzentration lassen nach, langfristige Konzentrationsstörungen können die Folge sein. Besonders gefährlich ist es, wenn Jugendliche hochprozentigen Alkohol sehr schnell trinken.

Rauschtrinken

Besonders gefährlich ist es, wenn Jugendliche hochprozentigen Alkohol sehr schnell trinken. Dann kann es zu einer lebensgefährlichen Alkoholvergiftung kommen, die zu epileptischen Anfällen, Koma, Atemstillstand und plötzlichem Herztod führen kann. Bei einer schweren Alkoholvergiftung fallen die menschlichen Schutzreflexe aus, zum Beispiel der Hustenreflex. Dann kann Erbrochenes in die Atemwege gelangen – das führt zum Ersticken.

Rauschtrinken ist auch als „Binge-Drinking“ oder „Komasaufen“ bekannt und bedeutet in relativ kurzer Zeit große Mengen Alkohol zu trinken. „Große Mengen“ bedeutet für Frauen, mindestens vier, und für Männer, mindestens fünf Gläser Alkohol hintereinander zu trinken.

Rauschtrinken oder Komasaufen birgt noch weitere Risiken:

  • Es kommt leichter zu Unfällen und Verletzungen.
  • Bei Straftaten ist ein Drittel der männlichen Täter alkoholisiert. Betrunkene werden aber auch häufiger selbst zu Opfern von Gewalttaten.
  • Betrunkene Mädchen werden häufiger Opfer von sexueller Gewalt.
  • Früher und häufiger Konsum von Alkohol erhöht die Gefahr, später abhängig zu werden.
Ein Rettungswagen mit Blaulicht bei Nacht auf regennasser Fahrbahn.

Die Mischung von Alkohol und Energydrinks hat es in sich. Energydrinks sind an sich schon nicht ohne für den Körper! Sie können zu Krampfanfällen oder Herz-Kreislauf-Problemen führen. Die Mischung mit Alkohol verstärkt diese Auswirkungen noch zusätzlich. Mit Energydrinks fühlt man sich wach und fit. Die Wirkung des Alkohols wird überdeckt. Das führt zu Überschätzung und riskantem Verhalten.

Dennoch: Ab und zu Alkohol zu trinken wird häufig als „normaler“ wahrgenommen als ein vollständiger Verzicht. Auch Studien zeigen, dass Jugendliche, die gar keinen Alkohol trinken, in ihrer Entwicklung nicht unauffälliger sind als Jugendliche, die gelegentlich und moderat (nicht massiv) Alkohol konsumieren. Wichtig in der Entwicklung Jugendlicher ist es, einen verantwortungsvollen und risikoarmen Umgang mit vielem zu lernen, auch den Umgang mit Alkohol.

Mischkonsum von Alkohol und Drogen

Mischkonsum mit anderen Drogen

Wenn Alkohol gleichzeitig oder kurz nacheinander mit anderen Substanzen wie Tabak, Cannabis oder Ecstasy konsumiert wird, kann es gefährlich werden. Die Wirkung der einzelnen Stoffe kann sich extrem verändern oder verstärken. Es ist dann schwer, sowohl die Wirkung und Wechselwirkungen als auch die gesundheitlichen Risiken richtig einzuschätzen – es kann schnell zu schweren Vergiftungen und lebensgefährlichen Situationen kommen.